Bilderkreisel 114: vom Bromberken zum Alten Jüdischen Friedhof

In der letzten Station (Nr. 113) des Bilderkreisels haben wir nur den hinteren (abgelegenen) Abschnitt der Mendener Wohnstraße Bromberken gesehen, der am Rand des Wilhelmshöhe-Parks liegt. Den Park lassen wir nun für diese „Runde“ des ‚Kreisels‘ hinter uns und blicken in den älteren und vorderen Teil des Bromberken:

unterer Bromberken

Foto 1: vorderer/unterer (südlicher) Abschnitt der Straße Bromberken; hinten Einmündung in den Schwitter Weg; ganz hinten der Kapellenberg; April 2013

Der Name ‚Bromberken‘ hat nach Ansicht von Heimatforschern nichts mit Brombeeren zu tun, sondern mit anderen Sträuchern bzw. Bäumen, nämlich Ginster (hier früher ‚Bram‘ oder ‚Brom‘ genannt) und Birken (‚Berke‘), die an diesem stadtnahen Hang wahrscheinlich vor der Bebauung wuchsen.

Der Bromberken mündet in  den vorderen Schwitter Weg, wo sich der Katholische und der (alte) Jüdische Friedhof gegenüber liegen – hier von Osten (oberhalb) gesehen:

vom unteren Lahrweg auf Bromberken und Jüdischer Friedhof

Foto 2: Einmündung des Bromberken (von rechts) in den Schwitter Weg, mit Jüdischen Friedhof (hinten/Mitte) und Rand am Westende des Kath. Friedhofs (vorne links); Juli 2013

An diesem Friedhof waren wir von der Altstadt-Seite her schon in Station Nr. 74.

Hinter dem alten Metallzaun des kleinen Jüdischen Friedhofs, der heute parkähnlichen Charakter hat, liegen in hohem Gras einige alte Gräber:

Jüdischer Friedhof von Schwitter Weg/ Bromberken

Foto 3: auf dem alten Jüdischen Friedhof, von Ecke Schwitter Weg / Bromberken aus; Juli 2013

 

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Über zalp

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10 Antworten zu Bilderkreisel 114: vom Bromberken zum Alten Jüdischen Friedhof

  1. puzzleblume schreibt:

    Hinter dem Gitterzaun blickt man auf den jüdischen Friedhof? Wer hat den Zaun gebaut?

    • zalp schreibt:

      Gute Frage. Ich weiß nicht, wer den bzw. diesen Zaun wann aufgestellt hat.
      Solange ich den Friedhof kenne, hat er den jetzigen Zaun als Einfriedung. Vielleicht stammt er sogar noch aus der Zeit der Jüdischen Gemeinde in Menden (bis 1937)?
      Sonst dürfte er recht früh nach Übernahme durch die Stadt Menden (seit Ende 1945) errichtet worden sein …
      Ich werde (und muss) noch mal recherchieren, bis ich – einen eh geplanten – eigenen Beitrag über den Jüdischen Friedhof hier schreibe …

      • puzzleblume schreibt:

        Der stammt wohl eher nicht aus der Zeit, in der die jüdische Gemeinde sich den Zaun aussuchen konnte: wer bitte wählt eine Kreuzsymbol für den jüdischen Friedhof? Das ist schon ein mindestens sehr gedankenloser Lapsus, wenn nicht gar ein mehr oder weniger gedankenloser Akt anderer Entscheider gewesen.

      • zalp schreibt:

        Auf meinem Foto fällt die Ähnlichkeit mit dem Kreuzsymbol in der Tat – ungewollt – ziemlich deutlich auf, beim Betrachten des gesamten Zaunes vor Ort dagegen nicht so sehr.
        Vielleicht hat es konstruktions-/statische Gründe (Verstrebung der Mittelpfosten o. ä.), vielleicht war es Gedankenlosigkeit oder gar (böse) Absicht (was ich aber für am unwahrscheinlichsten halte ..). Ich weiß schlicht – noch – nicht, was dahinter steckt.
        Jedenfalls ist mir keine Diskussion oder sonstige Befassung mit dieser Frage bekannt …
        Aber sehr gut von dir beobachtet und hinterfragt!

      • puzzleblume schreibt:

        Bin gespannt, ob sich eruieren läßt, wann der Zaun erstellt wurde. Ich bin allerdings schon der Ansicht, dass Mitglieder einer jüdischen Gemeinde den Schlosser ausdrücklich darauf hingewiesen hätten, zum Stabilisieren nicht etwas dermaßen frappant Kreuzähnliches zu wählen. Die Sensibilität dafür war und ist zu hoch.

  2. nixe schreibt:

    Sehr schöne Gegend, hier gefällt es mir. Hast du ne neue Digi…die Bilder sehen so scharf aus.
    Liebe Grüße

    • zalp schreibt:

      Seit Juni 2003 habe ich Digi-Kameras. Insgesamt sind es inzwischen 3 verschiedene, alle übrigens noch im Einsatz! Die Bilder aus diesem Beitrag stammen von meiner „mittelalten und mittelguten“ Kamera, einer Kompakt-Digi. Beim Foto 1 habe ich etwas per Bildbearbeitung nachgeholfen.

      Viele Grüße,
      Christoph

  3. Follygirl schreibt:

    Der Friedhof ist ja in keinem sehr gepflegtem Zustand… und ja , das Kreuz dort ist schon merkwürdig…
    LG, Petra

    • zalp schreibt:

      Der Friedhof wird von der Stadt Menden gepflegt. Seit 2007 kümmert sich auch ein nahes (Privat-)Gynmasium etwas darum.
      Auf dem Foto war gerade Hochsommer mit hochgewachsenem Gras. Dass Efeu oder Gras auf und um jüdische Gräber wachsen, ist offenbar gar nicht so ungewöhnlich: http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof#Besonderheiten.
      Trotzdem wir aber auch jährlich gemäht dort.

      Jedes Zaunfeld hat zwei erhöhte Mittelpfosten/-stangen, die mit den beiden benachbarten Stangen eine Art „Dreizack“ bilden, die mit einer Querstrebe verbunden sind. Das gesamte Gebilde sieht wie ein Kreuz aus. Ob es auch so gemeint ist, weiß ich nach wie vor nicht …ich versuche am Ball zu bleiben in dieser Frage.

      Der Zaun wurde übrigens vor kurzem neu gestrichen.

      Viele Grüße,
      Christoph

      • Follygirl schreibt:

        Ja, auch in Rheda gibt es einen alten Judenfriedhof, (zu gerne würde ich dort mal fotografieren), der ist komplett von einer Mauer umschlossen und das Tor ist immer verschlossen. Dort findet man allerdings als Symbol einen Davidstern im Tor.
        Der sieht immer ganz gepflegt aus, alles ist kurz, Laub geharkt usw… ich glaube das machen Privatleute und auch Schulklassen ..
        LG, Petra

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