Mendener Konglomerat – Gesteinsspezialität aus uraltem Flussgeröll

Schon einmal hatte ich hier im Blog eine echte Mendener Spezialität aus der Welt der Geologie angesprochen, nämlich im Gesteinsüberblick. Nun betrachten wir diese Besonderheit der Natur namens Mendener Konglomerat etwas genauer. Beginnen wir mit einem Blick auf einen Bruchstein dieser Sorte:

Gesteinsbrocken des Mendener Konglomerats

Gesteinsbrocken des Mendener Konglomerats auf der Großen Haar bei Menden-Schwitten

Das Wort ‚Konglomerat‘ bedeutet ‚Zusammenballung‘.
Dieses Gestein setzt sich nämlich erkennbar aus abgerundeten Geröllstücken älterer Steine zusammen, die durch ein  rot gefärbtes kalkhaltiges Bindemittel fest verkittet sind. Entscheidend ist also, dass die Brocken aus anderem Gestein zusammen mit der Kittmasse ein neues, eigentändiges Gestein bilden.

Die meisten Gesteinsarten sind einheitlicher und gleichmäßiger aufgebaut, z. B. die anderen in Menden vorkommenden Gesteine Schiefer, Grauwacke und Kalk.
Wie ist es beim Konglomerat zu dieser Zusammenballung der Steine gekommen? Klar ist, woher die Steinbrocken stammen. Es handelt sich hauptsächlich um Kalkstein und Grauwacke, die beide südlich von Menden in Höhe des oberen Hönnetals vorkommen.
Man weiß auch, dass diese Gesteine erdgeschichtlich früher entstanden sind als das Konglomerat.
Die Steinbrocken sind zudem weitgehend abgerundet. Solche rundlichen oder wenigstens kantengerundeten Steine habe ich auch hier im Blog schon gezeigt, nämlich als Flussgeröll. Auch hier ist noch mal ein Beispiel vom Flussbett (Sohle) der Hönne:

Menden, Flussgeröll in der Hönne

Flussgeröll in der Hönne in Höhe der Promenade

Geologen konnten aus Material und Form der Steine schließen, dass auch das Mendener Konglomerat aus alten Geröllen entstanden ist. Sie gehen davon aus, dass ein von Süden kommender Fluss in der frühen Phase des Erdzeitalters Perm (vor ca. 270 Mio. Jahren) hier sein mitgeschlepptes Geröll abgelagert und immer weiter aufgeschottert hat.
Auch wenn die Fließrichtung und das Quellgebiet ähnlich sind, war dieser vorzeitliche Fluss allerdings nicht schon die „Ur-Hönne“. Es liegen ein paar Jahrmillionen Erdgeschichte dazwischen 😉

Durch die Aufschotterung wurde das Geröll verdichtet und mit dem Bindemittel verfestigt. Es entstanden schließlich Felswände aus Konglomerat, z. B. am Lahrberg:

Felswand des Mendener Konglomerats

Felswand des Mendener Konglomerats im Lahrwald bei Menden-Schwitten; November 2011

Das Gestein fand auch als Baumaterial Verwendung, u. a. in der Stadtmauer und in der Alten Pastorat:

Menden, Mauer der Alten Pastorat mit Konglomerat-Steinen

Mauer der Alten Pastorat, teilweise mit Bruchsteinen aus Mendener Konglomerat, v. a. in der Bildmitte; Juni 2012

Auf das Mendener Konglomerat möchte ich auch später noch einige Male zurückkommen…..

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